Was verursacht die Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter?

Bei ungefähr 1 % der Schwangerschaften kommt es vor, dass die befruchtete Eizelle sich nicht in der Gebärmutter einnisten kann. In diesem Fall nistet die Zelle entweder im Eileiter, im Eierstock oder in der Bauchhöhle und versucht sich dort weiter zu teilen. Die Schwangerschaftsanzeichen sind die gleichen wie bei einer normalen Schwangerschaft: ein Ziehen in den Brüsten, morgendliche Übelkeit, Müdigkeit und ein Ausbleiben der Regelblutung.

Nach der Befruchtung hat die Eizelle fünf bis sechs Tage Zeit die Gebärmutter zu erreichen. Sie wird durch die wellenförmigen Bewegungen des Eileiters in die Gebärmutter transportiert. Es kann aber vorkommen, dass die Eizelle in diesen Tagen ihr Ziel nicht erreicht, dann nistet sie sich dort ein, wo sie sich gerade befindet. Es gibt verschiedene Ursachen, warum die befruchtete Eizelle die Gebärmutter nicht erreichen kann. Dazu gehören Situationen, in denen die Eileiter durch vorangegangene Krankheiten oder Verletzungen verklebt sind oder deswegen ihre Bewegungen nicht ausreichend zur Geltung kommen. Weitere Gründe können eine angeborene Fehlbildung oder eine Unterentwicklung der inneren Geschlechtsorgane sein. Ein Risikofaktor für Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter ist auch das zur Empfängnisverhütung verwendete Intrauterinpessar (Spirale). Die Spirale verhindert, dass sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. Die Hormonspirale verhindert auch eine Befruchtung der Eizelle. Damit kann keine Schwangerschaft entstehen – weder in der Gebärmutter, noch außerhalb der Gebärmutter. Zusätzlich gilt Rauchen auch als allgemeiner Risikofaktor bei der Entstehung für Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter.

Die Anzeichen einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter unterscheiden sich leider nicht wesentlich von den Anzeichen einer normalen Schwangerschaft. Es ist aber verdächtig, wenn nach dem Ausbleiben der Periode eine starke Zwischenblutung, Kreislaufprobleme oder Schwindelanfälle auftreten. Bei plötzlich auftretenden Schmerzen oder bei (immer stärker werdenden) Unterleibsschmerzen müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen!

Werbung

Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter ist nicht leicht zu erkennen. Bei dem geringsten Verdacht wird dringend eine Krankenhausaufnahme empfohlen. Bei einem positiven Schwangerschaftstest, wenn weder bei der vaginalen Ultraschalluntersuchung noch bei dem Bauch-Ultraschall die Frucht zu finden ist, sind weitere Untersuchungen nötig. Bei einer Schwangerschaft erhöht sich die Konzentration des Hormons hCG (humanes Choriongonadotropin). Dieses Hormon kann im Urin nachgewiesen werden. Bei den Schwangerschaftstests aus dem Urin dient dasselbe Schwangerschaftshormon als Nachweis. Ist der Hormonspiegel erhöht und kann kein eingenisteter Embryo in der Gebärmutter gefunden werden, deutet das auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter hin. Sicherheit kann schließlich eine Laparoskopie bringen. Mit der laparoskopischen Untersuchung kann auch gleich die Therapie durchgeführt werden. Eine vorangeschrittene Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter ist lebensgefährlich für die Frau, deswegen muss die Schwangerschaft immer abgebrochen werden.

Je nach dem, wie schnell die Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter diagnostiziert wurde, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Ist der Embryo noch keine vier Wochen alt, kann man das Schwangerschaftsgewebe mit einer medikamentösen Therapie entfernen.
Ist dieser Zeitraum überschritten, muss die eben erwähnte Laparoskopie folgen. Mit dieser Methode wird ein dünner Schlauch durch eine ein Zentimeter kleiner Öffnung in die Bauchhöhle eingeführt und die Frucht entfernt. Mit dieser Methode besteht die Chance den betroffenen Eierstock und den Eileiter zu erhalten, damit die Frau erneut schwanger werden kann. Wird die Schwangerschaft nicht rechtzeitig diagnostiziert, kann es zu Blutungen in der Bauchhöhle kommen. In diesem Fall muss man den Bauch öffnen und die Frucht entfernen.

Es gibt Familien, in welchen mehrere Extrauterinschwangerschaften vorgekommen sind. Dies weist darauf hin, dass es eine genetische Veranlagung auf Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter vorliegt.

...WEITERE INTERESSANTE THEMEN AUF DER WEBSEITE...