Schlafstörungen: Warum kommt der Schlaf nicht?

Ruhelose Nächte, ständige Tagesmüdigkeit, Gereiztheit, Unachtsamkeit, Gedankenlosigkeit, Konzentrationsschwäche und dunkle Augenringe: alle diese Symptome deuten auf eine Schlafstörung hin. Die Diagnose ist zwar eindeutig, man sollte aber trotzdem zum Arzt gehen. Im Hintergrund können sich nämlich physisch-psychische Probleme verbergen. Bei der Heilung dieser Probleme braucht man einen Fachmann.

„Heute Nacht habe ich schlecht geschlafen. Ich habe mich in der Nacht öfter umgedreht, war in jeder Stunde wach. Bin ich deswegen krank?“ – diese Frage beschäftigt bestimmt viele Leute, da viele Menschen irgendwann im Laufe ihres Lebens unter Schlafstörungen leiden. Man kann erst über Schlafstörungen reden, wenn der Schlaf seine Grundfunktionen nicht erfüllt, das heißt, er kann die intellektuelle, geistige und physische Bereitschaft, den Zustand für eine entsprechende Leistungsfähigkeit, nicht herstellen. Die Störungen kann man auch anders feststellen. Eine Methode ist die Diagnostik der akuten, beziehungsweise der chronischen Schlafstörungen. Über eine akute Schlafstörung kann man reden, wenn diese etwa zwei bis drei Wochen dauert. Schlafstörungen, welche länger als vier Wochen dauern, sind chronische Schlafstörungen.

Die akuten Schlafstörungen werden meistens von irgendeiner Stresssituation ausgelöst. Wenn jemandem etwas passiert ist, was er nicht verarbeiten kann, zum Beispiel wenn er Probleme am Arbeitsplatz hat, in finanziellen Schwierigkeiten ist, den Verlust einer nahe stehenden Person zu verkraften hat oder er keine Lösung für seine Probleme findet. Diese Schlafstörungen enden nach der Beendigung des Stresses, können aber immer wieder kommen. Diese Schlafstörungen sind nicht behandelbar. Die beste Methode ist, man lernt mit den Problemen umzugehen. Dabei kann eine Änderung der Lebensweise, Entspannungsübungen oder Sport viel helfen.

Benötigt eine Untersuchung

Die Lage ist aber viel ernsthafter, wenn jemand unter einer längeren Schlafstörung leidet. In diesem Fall wird mit einer Reihe von Untersuchungen festgestellt, ob die Schlafstörungen von einer psychischen Krankheit (Depressionen, Angststörung oder Schizophrenie) oder aber einer somatischen Krankheit (Tumore, Atemwegserkrankungen, Allergie, urogenitale Erkrankungen) verursacht werden. Wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wird, hört die Schlafstörung als Symptom auf. Viele nehmen die Krankheit jedoch nicht ernst, und lassen sich lieber irgendwelche Schlafmittel verschreiben. Diese jedoch heilen nur die Symptome, aber nicht die eigentliche Krankheit.
Aber Vorsicht mit den Schlaftabletten! Schlaftabletten können, vor allem wenn sie unkontrolliert aus dem Internet bestellt werden, schnell abhängig machen. Ihre Wirkung ist auch fraglich, weil die Nachtruhe häufig doch nicht gewährleistet ist, wenn man Mitten in der Nacht aufwacht.

Bei den Schlafstörungen wird die Schlafhygiene selten erwähnt. Oft könnte man mit einer kleinen Änderung der Schlafhygiene die Krankheit heilen. Im Schlafzimmer sollte man weder essen, fernsehen oder Musik hören. Diese äußeren Störfaktoren sind zu beseitigen. Auch eine üppige Abendmahlzeit und Alkoholkonsum beeinflussen die Nachtruhe. Über den Alkohol denken viele irrtümlicherweise, dass Alkohol entspannt und dass man dann die Nacht ruhig durchschlafen kann. Den Alkohol baut der Körper jedoch schnell ab und unterbricht dann den Schlaf. Auch koffeinhaltige Getränke oder Medikamente können die Nachtruhe negativ beeinflussen. Wenn Sie vor dem Fernseher einschlafen, können Sie Albträume bekommen, in der Nacht aufwachen, sich ständig im Schlaf umdrehen. Die letzten Ereignisse vor dem Schlaf, in diesem Fall die verschiedenen Filmszenen, beeinflussen den Unbewussten.

Schlafstörungen sind in jedem Alter zu beobachten. Im Säuglingsalter schreckt das Baby auf und wenn gerade niemand bei ihm ist, dann fängt es an zu weinen. Im Teenageralter ist die Schlafstörung oder Insomnie (Schwierigkeiten beim Einschlafen, Störungen des Durchschlafens und vorzeitiges Erwachen) am häufigsten. Die jungen Erwachsenen und Menschen in ihren „mittleren Jahren“ haben eher Schwierigkeiten beim Einschlafen. Auch Schnarchen ist ein häufiges Problem und bei der letzteren Altersgruppe kommen noch Atemwegsstörungen während des Schlafs dazu. Schlafstörungen im Alter werden oft von Krankheiten verursacht. Die Krankheit ist auch auf die Biologie zurückzuführen: mit zunehmendem Alter sinkt im Körper der Melatoninspiegel, was zu Schlafstörungen führt.

Etwa 40 % der Erwachsenen sind irgendwann in ihrem Leben von der Insomnie betroffen. Die Krankheit hat physiologische, physische und psychische Ursachen. Die häufigsten Symptome sind Schlafstörungen, vorzeitiges Erwachen, Unausgeschlafenheit und Tagesmüdigkeit.

In einem Schlaflabor können auch spezielle Schlafstörungen, wie zum Beispiel Schlafwandeln (Somnambulismus), diagnostiziert werden. Die Betroffenen gehen im Schlaf in der Wohnung auf und ab und können diese auch verlassen. Nach einigen Minuten gehen sie jedoch wieder zurück zum Schlafen und am nächsten Tag können sie sich an nichts erinnern. Genau so wie die Menschen, die sich im Traum um sich schlagen oder schreien.

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