Gebärmutterhalskrebs – 9 Tatsachen und Irrtümer

Es gibt viele Irrtümer über den Gebärmutterhalskrebs. Hier stehen 9 wichtige Informationen darüber.

Irrtum Nr. 1: Gebärmutterhalskrebs kann man vererben

Tatsache: Gebärmutterhalskrebs wird von einer Infektion mit den onkogenen (krebserregende) Typen von den so genannten humanen Papillomviren (HPV) verursacht. Jede Frau, die sexuell aktiv ist, ist durch eine HPV-Infektion gefährdet. Die Infektion kann – unabhängig von der familiären Krankheitsgeschichte – zur Herausbildung des Gebärmutterhalskrebses führen. Der Gynäkologe prüft mit der Frage nach der familiären Krebs-Krankheitsgeschichte nur das Risiko einer Brustkrebserkrankung.

Irrtum Nr. 2: Gebärmutterhalskrebs betrifft nur sehr wenige Frauen

Tatsache: Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Laut WHO verursacht die Krankheit jährlich den Tod von 270.000 Frauen weltweit. Die jährlichen Neuerkrankungen belaufen sich auf über 500.000 weltweit. In Europa erkranken jährlich 60.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs und etwa 30.000 sterben daran.

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Irrtum Nr. 3: Gebärmutterhalskrebs betrifft nur ältere Frauen

Tatsache: Gebärmutterhalskrebs betrifft weltweit mehr Frauen unter 45 Jahren als andere bösartige Tumorerkrankungen, den Brustkrebs ausgenommen. Sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Frauen besteht das Risiko einer Erkrankung, welche von den onkogenen Typen der HPV eine neue Infektion oder eine Infektion in der nahen Zukunft verursachen.

Irrtum Nr. 4: Nach der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs muss man nicht regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gegen Krebs gehen

Tatsache: Die regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchung und die Impfung zusammen sind die besten Schutzmaßnahmen gegen Gebärmutterhalskrebs. Die Häufigkeit der Gebärmutterhalskrebserkrankungen sank um ca. 80 % in den Gebieten, in welchen eine regelmäßige Vorsorge stattfindet. Man darf aber nicht vergessen, dass die Krebsfrüherkennungsuntersuchung die Krankheit nur diagnostiziert. Sie bietet aber keinen Schutz gegen HPV-Infektion, also gegen den Verursacher des Gebärmutterhalskrebses.

Irrtum Nr. 5: Mit der Krebsfrüherkennungsuntersuchung kann der Gebärmutterhalskrebs vorgebeugt werden

Tatsache: Krebsfrüherkennungsuntersuchung kann die bereits bestehende Erkrankung diagnostizieren, aber nicht vorbeugen. Die Impfung und die regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchung sind die sichersten Methoden gegen Gebärmutterhalskrebs.

Irrtum Nr. 6: Nur Frauen, die gleichzeitig mit mehreren Geschlechtspartnern sexuellen Kontakt haben, sind aus der Sicht der HPV-Infektion gefährdet

Tatsache: Das Risiko einer HPV-Infektion besteht bereits bei dem ersten Geschlechtsverkehr und begleitet die Frau ihr Leben lang. 80 % der Frauen kommen in ihrem Leben mit den HPV-Viren in Kontakt.

Irrtum Nr. 7: Der Körper der Frauen, die bereits mit dem HPV infiziert sind, produziert Antistoffe gegen die Viren, deswegen brauchen sie die HPV-Impfung nicht

Tatsache: Im Körper der Frauen, die mit den krebserregenden HPV-Typen infiziert ist, bilden sich nicht genügend Antistoffe, welche sie vor einer Infektion schützen würden. Deswegen sind diese Frauen nicht immun beim nächsten Aufeinandertreffen mit den Viren. Eine frühere Infektion bietet keinen Schutz bei zukünftigen Infektionen. Ein Impfstoff veranlasst das Immunsystem, dass es die Viren erkennt und abtötet sobald sie in den Körper gelangen bevor sich eine Infektion entwickeln kann, und so kann er einen wirklichen Schutz gegen bevorstehende Infektionen bieten.

Irrtum Nr. 8: Der Gebärmutterhalskrebs hat eindeutige und sofort auffallende Symptome

Tatsache: Gebärmutterhalskrebs wächst bei den meisten Frauen über eine sehr lange Zeit und größtenteils ohne Symptome im Körper. Wenn die Frau die Symptome wahrnehmen kann, deutet das auf eine bereits ausgebildete Krankheit hin.

Irrtum Nr. 9: Nicht viele Frauen werden mit HPV infiziert

Tatsache: Laut Schätzungen infizieren sich etwa 50 bis 80 % der sexuell aktiven Frauen mit einem oder mehreren HPV-Typen in ihrem Leben. Bei ungefähr 75 % der Fälle gelangt irgendein krebserregender Typ der HPV in den Körper.

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