Facharzt für Gynäkologie

Die Frauenheilkunde wird auch als Gynäkologie bezeichnet, in welcher die Erkrankungen der weiblichen Fortpflanzung- und Sexualorgane der Frau behandelt werden. Damit gehört die Gynäkologie zu den Teilgebieten der Humanmedizin. Im Gegensatz zur Geburtshilfe beschäftigt sich aber die Frauenheilkunde mit dem erkrankten, nicht schwangeren, weiblichen Körper. Dennoch erfolgt die fachärztliche Weiterbildung für Frauenheilkunde in Deutschland gemeinsam mit der Geburtshilfe.

Was sind die Aufgaben?

Zu den Aufgaben der Gynäkologie gehören unter anderem die Behandlung von Erkrankungen an der weiblichen Brust, den Genitalien und Fortpflanzungsorganen wie die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen. Die Qualitätssicherung der Gynäkologie betrifft in erster Linie die Prävention, die Aufklärung sowie eine verbesserte Kommunikationsverhältnis zwischen Arzt und Patientin.

Als gynäkologischen Methoden werden beispielsweise der Ultraschall einschließlich Sonografie, die Mikroskopie, aber auch die Tastuntersuchung wie die visuelle Betrachtung angewendet. Dabei umfasst das Spektrum der Gynäkologie auch operative Behandlungen, wie zum Beispiel die Hysterektomie, die Tubenligatur oder die laparoskopische ovarielle Cystektomie.

Meistens kommen allerdings die konservativen Behandlungsmethoden wie die Hormontherapie, die Behandlung von Paaren bei ungewollter Kinderlosigkeit und die Beratung wie die Durchführung von Maßnahmen zur Kontrazeption.

Um die Bezeichnung „Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe“ führen zu können, ist nach dem abgeschlossenen Medizinstudium eine fünfjährige Weiterbildung nötig. Von diesen fünf Jahren müssen mindestens drei Jahre auf einer stationären Einrichtung der Gynäkologie abgeleistet werden. Außerdem können 6 Monate in den Bereichen Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Pathologie, Urologie und seit 2006 auch in der Inneren Medizin auf die Weiterbildung angerechnet werden.

Um die Zulassung für den Facharzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe zu erhalten, müssen weitere Bedingungen wie der Operationskatalog vorgelegt werden, außerdem der Nachweis über mindestens 250 selbständig durchgeführte Geburten und die Durchführung eigener diagnostischer Verfahren sowie den Nachweis über alle bildgebenden Methoden wie beispielsweise die Mammographie.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Eine Spezialisierung ist durch die zusätzliche Weiterbildung von drei Jahren nach dem Facharzt möglich auf den Gebieten der speziellen gynäkologischen Onkologie, speziellen Perinatalmedizin und der gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizin.

Zusatzqualifikationen betreffen nicht die vorangegangenen Fortbildungen und befähigen zum Einsatz in der Pränatalmedizin, Urogynäkologie, Senologie, Kindergynäkologie und der minimalinvasiven Chirurgie.

Viele Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe lassen sich in gynäkologischen Praxen nieder, sind aber auch in Kliniken und Krankenhäusern mit frauenärztlichen Stationen wie den Kreißsaal oder Entbindungsstationen zu finden. cw

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