Facharzt für Anatomie – Möglichkeiten

Das Wort „Anatomie“ stammt ursprünglich aus dem altgriechischen und bedeutet „anà – auf“ und „tomè – schnitt“. Anatomie ist ein Teilgebiet der Morphologie und beschäftigt sich allgemein mit dem Aufbau der Organismen von Lebewesen. In der Medizin stellt die Anatomie die Grundlage für sämtliche Arbeitsweisen von medizinisch oder therapeutisch ausgebildetem Personal dar. Durch die verschiedenen Bereiche, in denen Anatomie als Lehre zur Anwendung kommt, kann die Anatomie in drei Kategorien eingegliedert werden: die klassische Anatomie, die pathologische Anatomie und die mikroskopische Anatomie.

Die mikroskopische Anatomie, auch Histologie genannt, wird hauptsächlich in Bereichen angewandt, die mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar sind (Feinaufbau von Zellen, Organen, Geweben) und knüpft so an die Mikrobiologie an. Die pathologische Anatomie ist in dem Fachbereich Pathologie angesiedelt und untersucht beispielsweise krankhaft veränderte Körperteile. Die klassische Anatomie ist in der klassischen Medizin und Therapie vertreten und bildet hier die Basis für jegliche Ausbildung. Ein neueres Gebiet der Anatomie ist die Embryologie, wobei hier die Entstehung der anatomischen Strukturen während der Embryonalentwicklung eine zentrale Rolle spielt.

Normalerweise kommt ein Facharzt für Anatomie neben der Arbeit in Kliniken, Krankenhäusern, Pathologien und anatomischen Instituten, weiterhin in medizinischen sowie therapeutischen Fachschulen als Lehrkraft zum Einsatz. Weitere Tätigkeitsbereiche sind die Bereitstellung von Anschauungsmaterial für die Arztausbildung durch Präparationswerkstätten. Die Erstellung für medizinisch benötigte Unterrichtsmaterialien erfolgt unter der Aufsicht von Fachärzten für Anatomie.

Die Weiterbildung zum Facharzt für Anatomie erfolgt in einem Zeitraum von 4 Jahren, wobei es eine Regelung gibt, nach welcher zwölf absolvierte Monate in der Pathologie oder sechs Monate in anderen Fachbereichen der Medizin angerechnet werden. Die Weiterbildungsinhalte werden von der Weiterbildungsordnung und den drei Feldern der Anatomie bestimmt. So zählen zu den vermittelten Inhalten unter anderem die Embryologie, die Makro- und Mikrophotografie, Gewebezüchtungen, die Histologie, die Röntgenanatomie, Paläontologie, Zyto- und Humangenetik, usw. Über Umfang und weitere Inhalte wie Anrechnungszeiten der Weiterbildung geben die zuständigen Ärztekammern Auskunft. cw

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