Essen wir deswegen mehr, weil es uns das Essen nicht schmeckt?

Für die Forscher war es eine schwierige Frage, ob manche Leute deswegen dick werden, weil ihnen das Essen besser schmeckt und sie daher mehr essen als andere? Es wäre eigentlich logisch: wenn einem irgendetwas gut schmeckt, hört man mit dem essen nicht auf.

Eine neue amerikanische Studie behauptet jedoch das Gegenteil. Sie behauptet, dass genau die Frauen mehr essen, die ohne Genuss essen und dass sie daher übergewichtig werden. Die Forscher wiesen nach, dass bei Menschen, die über eine bestimmte genetische Veranlagung verfügen, der Zusammenhang zwischen dem niedrigen „Belohnungslevel“ und dem Überessen viel stärker ist.

Bei einer früheren Studie wurde den Versuchsteilnehmern Bilder mit verschiedenen Gerichten gezeigt. Bei der Auswertung wurde festgestellt, dass Übergewichtige einen höheren Genuss vom Essen erwarten als Normalgewichtige. Durch diese Daten kamen sie zur Schlussfolgerung, dass Menschen, die sich überessen, mehr Genuss am Essen finden.

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In dieser neuen und in seiner Art einzigartigen Studie wurden während des Essens vom Gehirn der Versuchsteilnehmer mit der Magnetresonanztomographie Bilder gewonnen. Die Teilnehmer bekamen ein Schokomixgetränk. Aus den Bildern konnten die Forscher feststellen, dass das Gehirn der Übergewichtigen nur mäßig auf das Schokomixgetränk reagierte.

Bei den übergewichtigen Frauen war die Gehirntätigkeit in dem Teil des Hirnes, welches eine zentrale Rolle im Belohnungssystem spielt, viel weniger aktiv als bei den Normalgewichtigen. Sie stellten fest, dass diejenigen, welche mäßige Gehirnaktivitäten beim Betrachten des Schokomixgetränks aufwiesen, auch seit der letzten Untersuchen mehrere Kilos zugelegt haben.

Je mehr jemand isst, desto mehr vermindert sich die Aktivität des Belohnungssystems im Gehirn, desto weniger Freude hat er am Essen. So entwickelt sich der Prozess, dass sich jemand überisst. Wenn jemand einmal an Kilos zugelegt hatte, wird es immer schwerer diese Kilos wieder los zu werden – behaupten die Forscher.

Es ist schwierig, die Frage zu beantworten, wie man diese Informationen zur Vorsorge, bzw. zur Heilung verschiedener Krankheiten benutzen könnte. Bei der Entdeckung der genetischen Veranlagung kann man die betroffenen Patienten sehr früh herausfiltern und ihren niedrigen Dopaminspiegel mit Medikamenten erhöhen.

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